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Übles Kabelchaos

Der erste Schritt ist üblicherweise das Zerlegen des Rollers um die Problemstellen herauszufinden. Ich kann her schonmal insofern vorgreifen als keinerlei Überraschungen am Rahmen auf mich warteten. Die Karosse ist bis auf ein paar Anbauteile vollständig und gänzlich ohne Durchrostungen.

Was aber gleich bei den ersten paar demontierten Teilen auffiel ist der Brechreiz erregende Zustand der Elektrik. Ich hab in den letzten 30 Jahren schon einiges an stümperhafter „Pfrinterei“ an der Elektrik erleben müssen, aber diese PK schafft es locker in die Top 10!

Bevor der Motor entnommen werden kann müssen neben den Seilen auch die Elektroverbindungen getrennt werden. Da gab es unter den Dreckmassen schon die erste Überraschung. Die elektrische Hauptschlagader direkt am Stecker beim Motor war ein zombiehaftes Flickwerk aus verrotteten Kabeln, den unsäglichen Lüsterklemmen, losen Kabelenden und behelfsmäßig eingefügten Bypass-Leitungen garniert mit den Resten einer klebrig vergammelten Isolierbandorgie.

Auf der Motorseite sieht es aber nicht weniger Übel aus, da wächst doch allen Ernstes neben dem Silikonschlauch-verhüllten Hauptstrang doch glatt undefinierbares Zusatzkabelchen heraus. Das Kabel war natürlich auch vollkommen verrottet und zerfiel bereits bei Blickkontakt in seine erbarmenswerten Einzelteile.

Unter dem Lüfterrad sah es erwartungsgemäß um keinen Deut besser aus. Auch hier verrottete Kabel und Isolierband an Stellen wo es wirklich nichts zu suchen hat. Die Zündgrundplatte hab ich beiseite gelegt und werde sie an einem kalten Winterabend in aller Ruhe mit neuen Silikonkabeln ausstatten gleich nach einer ausgiebigen Reinigung.

Direkt unter dem Tank eine handverlötete Kurzschlussstelle für hartgesottene Risikoliebhaber. Hier sei noch kurz angemerkt, dass der Benzinhahn leckte und der Klebefilm des Isolierbandes dem Treibstoff offensichtlich nicht ausgesetzt werden sollte. Ich erinnere mich da in meiner Jugend an die brennende XL1 eines Freundes…

Dann machen wir mal die Kaskade ab und werden sogleich von einer postmodernen Lüsterklemmen-Installation empfangen. Dass die Sau-Teile nicht schon längst per Genfer Konvention verboten wurden und deren Verwendung mit 3 Tagen Pranger geahndet werden ist mir noch immer ein Rätsel.

Beleuchtungsinstallation und Lichtschalter reihen sich übrigens auch lückenlos in den allgemeinen Elektrik-Frevel an dieser bedauernswerten PK ein. Flachstecker sind nur was für Anfänger, der echte Profi lötet direkt an die Klemmfahnen. Über die „Arbeiten“ am Lichtschalter breite ich den Mantel des Schweiges.

Abschliessend folgt nun noch der Spannungsregler unter dem linken Seitendeckel. Da hat sich eindeutig ein Vollprofi um die gesamte Elektroinstallation gekümmert. Vorausschauen war der Regler nur mit einer Schraube befestigt, könnte ja durchaus sein dass man den ganz schnell demontieren muss. Ausserdem klugerweise mit den Anschlüssen nach oben hin verschraubt, da geht alles viel einfacher beim Anstecken, denn eventuell hochspritzendes Regenwasser muss ja nicht ablaufen.

Langer Rede kurzer Sinn, die gesamte Kabelage fliegt raus! Der neue Kabelstrang wird genau an meine Bedürfnisse angepasst und bekommt eine Batterie damit ich dann am MopedRodeo mein Telefon laden kann.