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Der ominöse Fachmann: Ent-Zündung

Jeder hat schon mal einen Motor oder Roller mit den begleitenden Worten „Da wurde auch dies und das von einem Fachmann gemacht…“ gekauft oder erhalten.Ich werde hier nun des Öfteren die eine oder andere Anekdote aus fachmännischen Motoren zum Besten geben. Vorweg muss ich aber eine Lanze für die unzähligen Fachmänner in unserer kleinen Zweitaktwelt brechen. Der Terminus Fachmann beschreibt im Großen und Ganzen jemanden dessen Wissen in einem gewissen Fachbereich dem des durchschnittlichen Normalverbrauchers um ein Vielfaches überlegen ist. Welches Fachgebiet der zugehörige Fachmann schlussendlich abdeckt wird in nahezu allen Fällen geflissentlich verschwiegen. Aus diesem Grunde möchte ich schonmal vorweg nehmen, dass ich den Terminus Fachmann als solches auch den jeweils involvierten Personen keinesfalls absprechen will, bin ich doch selbst in keiner Weise ein Fachmann in Hinsicht auf Zweitaktmotoren, Motorenbau oder jedweden anverwandten Fachbereichen. Mein eigenes Fachwissen ist in einem gänzlich anderen Bereich angesiedelt und hat, zum Glück, mit meiner liebsten Freizeitbeschäftigung so rein gar nichts zu tun.

Dennoch habe ich erst vor kurzem wieder ein Paradestück an fachmännischer Arbeit in einem Rollermotor gefunden. Vor Jahren hatte ich einen PX Motor zur späteren Weiterverarbeitung erworben. Der Verkäufer meinte noch, dass der Motor von einem Fachmann revidiert worden sei und vor allem die Zündung zuvor Probleme gemacht habe, der gute Fachmann aber gänzlich fachmännisch die Zündgrundplatte für gutes Geld wieder in Stand gesetzt habe. Mit dem beruhigenden Wissen, eine besser als fabriksneue Zündgrundplatte am Start zu haben, ist der Motor schlussendlich ins Regal gewandert und harrte seiner zu jener Zeit ungewissen Bestimmung.

Für das aktuell anstehende M1X Projekt benötige ich noch eine Zündgrundplatte und da fiel mir die Arbeit des unbekannten Fachmannes plötzlich wieder ein. Für das Projekt also nur das Beste, die um gutes Geld fachmännisch aufbereitete Zündgrundplatte. Wer mich kennt wird eventuell den sanft eingestreuten Sarkasmus bezüglich des erwähnten Fachmannes bemerkt haben. Ich vermute nämlich dass der Fachbereich des Fachmannes mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Aufbereitung von Zündgrundplatten war. Warum ich zu dieser Ansicht komme? Man mag mich pedantisch nennen, aber ich bin der festen Überzeugung, dass bei der Aufarbeitung einer Zündgrundplatte die Kabel gegebenen Falles ersetzt werden sollten wenn diese Mängel aufweisen.

 

In diesem Falle wurde die Kabel aber nur fachmännisch mit Isolierband umwickelt. Mit gelbem Isolierband. Jedes einzelne Kabel. Unter dem Isolierband dann die Kabel oder besser, die übrig gebliebenen Fragmente der Kabel. Mich würde heute interessieren wieviel Geld der gute Fachmann für die kunstvolle Isolierband Installation verlangt hatte und was genau sein Fachgebiet gewesen ist. Nichts desto Trotz habe ich die Zündung gemeinsam mit zwei weiteren mit neuen Kabeln versehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Zündgrundplatte von Scooter Center, welche mir auf der Tour nach Triest nagelneu abgebrannt ist, nichtmal mit Silikonkabel versehen ist, sondern ganz normal 08/15 Fahrzeugkabel verlötet hat. Also man mag mich ja einen Pedanten nennen, aber da gibt es schon ein paar Dinge…